Qualitätsdaten

Sie wollen wissen, wie gut wir Knie- und Hüftgelenke einsetzen?
Dann klicken Sie hier »

Hüftgelenk

Volksleiden international (4:06)

Get Flash to see this player.

Zum Starten auf den Pfeil drücken.

Nachgefragt

Prof. Dr. Thorsten Gehrke, Ärztlicher Direktor der ENDO-Klinik Hamburg im Gespräch

Sie sind Spezialist für anspruchsvolle Hüftimplantationen. Was hat sich in den letzten Jahren hinsichtlich der Implantate und der verwendeten Materialien getan?

Seit vielen Jahren verwenden wir beispielsweise muskel- und knochenschonende Implantate, wie Kurzschaftprothesen an der Hüfte.

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Materialien: Zum einen Titan für die zementfreie Endoprothetik, zum anderen eine Edelstahllegierung aus Kobalt-Chrom-Mangan für zementierte Implantate. Wir sind aber auch in der Lage, bei vorhandenen Allergien gegen diese Stoffe andere Materialien einzusetzen. Zudem verwenden wir nach wie vor die sogenannten Gleitpaarungen aus Keramik und hochvernetztem Polyethylen. Nicht zum Einsatz kommen bei uns die sogenannten Metall-Metall-Gleitpaarungen, wie sie zum Beispiel bei der Hüftkappe eingesetzt werden, da zum einen der medizinische Nutzen für den Patienten umstritten ist und diese theoretisch mit einer Vielzahl von Komplikationsmöglichkeiten einhergehen können. Andere, auch sehr moderne sichere Materialen, die dem Patienten einen großen Nutzen bringen, verwenden wir jedoch selbstverständlich und verschließen uns den modernen Entwicklungen nicht.
So setzen wir deutschlandweit am häufigsten das Material Tantal ein, das aus der Raumfahrt kommt. Dies ist ein Material, dass mit all seinen Eigenschaften dem Knochen sehr ähnlich ist und somit das Einwachsverhalten der Prothese in den Eigenknochen fördert.

Immer wieder ist zu hören, dass gerade ältere Menschen einen Hüftersatz dringend brauchen, aber sich vor der Operation scheuen. Eine gerechtfertigte Haltung?

Mit zunehmendem Alter steigt das Operationsrisiko im Hinblick auf Komplikationen. Das kann man nicht wegdiskutieren. Wir haben aber nicht nur unsere Operationstechniken verfeinert, sondern auch große Fortschritte in der Anästhesie gemacht. Die ENDO-Klinik ist bekannt für die extrem schonende Rückenmarksanästhesie. Lunge und Herz werden weitaus weniger beansprucht als in der Vollnarkose. So können wir auch 90-jährige Patienten operieren, wenn es der Allgemeinzustand zulässt. Eine neue Hüfte, ein neues Knie ist doch ein Stück Lebensqualität. Soll man darauf im hohen Alter verzichten? Außerdem haben wir eine sehr große und moderne intensivmedizinische Einheit, um umfangreiche Operationen vornehmen zu können und eine optimale Versorgung auch nach der Operation zu gewährleisten. Wir haben im Vergleich zu anderen orthopädischen Kliniken alles unter einem Dach. Das zeichnet uns aus und macht eine Prothesenimplantation gerade auch für ältere Patienten in unserem Haus sehr sicher.

Menschen, die in die ENDO-Klinik kommen, wollen schnell wieder mobil werden. Wie lange dauert das?

Noch vor fünf Jahren hatten wir eine durchschnittliche Liegedauer von drei Wochen nach Hüft- und Knieimplantationen. Inzwischen sind wir bei acht bis neun Tagen angelangt. Die Patienten kommen durch verbesserte Operationsmethoden schneller auf die Beine und können sogar nach einer Woche schon die Reha besuchen.

Für Sportler, die rasch wieder mobil werden wollen, ist die Herstellung der uneingeschränkten Bewegung von großer Bedeutung. Sind auch die bei ihnen in guten Händen?

Grundsätzlich zur Tendenz: Wer heute 60 Jahre alt ist, kann mit einem 60-jährigen von früher nicht mehr verglichen werden. Das ist die neue alte Generation von Menschen, die regelmäßig Sport machen, mit 70 Jahren noch auf dem Tennis- und Golfplatz stehen und enorm fit sind. Durch diese Entwicklung hat sich auch die Erwartungshaltung der Patienten geändert, der wir auch gerecht werden. Wir können davon ausgehen, dass vor der Operation ausgeübte Sportarten wie Reiten, Golf, Tennis ,Skifahren, Radfahren und Nordic-Walking auch nach dem Eingriff nahezu uneingeschränkt fortgeführt werden können. Von einer Betätigung mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk auf Leistungssportniveau raten wir allerdings ab. Das gilt sowohl für die Gruppe der älteren Sportler als auch die jungen aktiven Sportler.